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ZELTEN

Zelten

26 + 27 OCT 2013 // with Jenni Ramsperger / HZT Berlin / @ Uferstudios Studio 14

 

Tanz: Simone Detig, Parwanhe Frei, Susanne Mayer und Annegret Schalke
Musikdramaturgie: Marc P. Gabriel
Produktionsassistenz: Paula Führer
Choreografie: Jenni Ramsperger

Zelten bedeutet unterwegs sein und draußen wohnen, seine Heringe in den Boden stechen, sein Lager im Freien aufschlagen und den Standort jederzeit wechseln zu können. Es bedeutet, sich, das Zelt und die eigene Position in die einen umgebende und sich verändernde Natur einzugliedern. Es bedeutet, das Zuhause unter freiem Himmel zu finden, komme was wolle. 

Die Arbeit Zelten ist eine Reise in die Erinnerungen unserer deutschen Kindheit.

Wo stehen wir zwischen den Stimmen unserer Eltern, den Spuren unserer Großeltern und unserer Realität, als die in den 80ern geborene Generation Y? Generation Why.

Welche Relevanz haben die Begriffe Heimat, Zugehörigkeit und Verortung für uns? Was ist es, das bleibt, wenn wir weggehen? Was kommt? Und was kommt mit uns, wenn wir weggehen?

 

Sie sagten, sie wollten Löwen bändigen gehen, als sie aus Germanien loszogen. Nahe am Herzen, in der Tasche ihres ledernen Brustbeutels, trugen die vier Gefährtinnen Bilder ihrer Heimat: den Christbaum mit echten Bienenwachskerzen, die pädagogisch wertvolle Gute-Nacht-Geschichte, den „Schützt den Regenwald“-Sticker, den letzten Kuchenkrümel und Gedanken an die gerechte Aufteilung sämtlicher Leckereien.

In den Ohren Erinnerungen an den Gesangsverein, an das ordentliche Einkehren nach den Sonntagsfahrten mit Oma und Opa, der exotische Beigeschmack der multikulturellen Patchworkfamilie und die richtige Sitzordnung beim Abendbrot.

Und auf dem Gaumen die Pommes rot-weiß aus dem Freibad und die dazu eingeprägte Melodie einer Sommerwerbung.

HZT Berlin